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Tagung Abgesagt

Die Absage der Tagung der Evangelischen Akademie in Bad Boll, für die unbeachteten Opfer staatlicher Eingriffe in Leib und Seele Nazi-Unrecht bis 1945 und Schwarze Pädagogik vor und nach 1945, wurde abgesagt.
Mein offener Brief an den Initiator, Herrn Dierk Schäfer steht zur Verfügung.

Die Erklärung für die Absage war: "Zu wenige Voranmeldungen." Dass sich so wenige Teilnehmer meldeten wurde letztendlich bedauert und mit der momentanen wirtschaftlichen Lage begründet.

Diese Absage ist wieder einmal bittere und erneute Enttäuschung für die Betroffenen, die mit recht erwarteten, dass ihre menschliche Würde anerkannt wird.
Kann es sein, dass das Ergebnis dieser Tagung finanzpolitische Folgen wachgerufen hätte? Wäre die existierende schlechte finanzielle Lage in Deutschland erhöht worden, wenn man den Opfern ihr Recht einer Wiedergutmachung zugesprochen hätte? Kann es sein, dass das erduldete Trauma der Menschen und die Misshandlung wieder ein einmal unwichtig ist und Finanzen Vorrang vor der Menschlichkeit haben?
Wir kennen die genauen Zahlen der Opfer nicht. Nehmen wir einmal an, dass nur 50.000 Jugendliche, die in ihrer Jugend unentgeltlich, wie Sklaven arbeiten mussten, heute die Löhne für diese Zeit verlangten und die gleichzeitigen Rentenansprüche geltend machten, dann könnte allein der noch ausstehende Rentenanspruch das finanzielle Gefüge ins Wanken bringen, da sich die meisten Bürger dem Rentenalter nähern.
Abgesehen davon, dass die meisten Organisationen, die die damaligen Kinder ausnützten gar nicht mehr existieren, wer sollte also die ausstehenden Löhne bezahlen? Der Staat? Letztendlich ja, da es der Staat war, der die Misshandlung indirekt unterstützt hat, indem dieser die Verletzung der Grundrechte, zum Schutz des Menschen, zuließ.

Dass die meisten Misshandelten sich ihrem Kindheitstrauma noch nicht stellen können, und schon gar nicht öffentlich, ist verständlich. Der Grund, sich nicht öffentlich als Misshandelter zu zeigen sagt aus, dass diese noch immer Angst vor Schuldverschreibungen und Stigmation haben müssen.

Jetzt hängt die Frage im Raum, warum gab es so wenige Beteiligten?
Wer von den Tausenden ehemaligen Misshandelten wussten von dieser Tagung? Wie viel PR wurde betrieben? Wurden die Medien um Mitarbeit gebeten? Haben die Zeitungen über den Sinn der Tagung berichtet? Hat das Fernsehen einen Aufruf zur Beteiligung an die Misshandelten gestartet?
Wenn diese Fragen mit "nichts oder nein" beantwortet wird ist die Verfehlung beantwortet und die Ausrede der wirtschaftlichen Lage offensichtlich.
Nun kann man mit guten Gewissen die Verantwortung ablehnen und durch Schuldverschreibung sagen "wir zeigten Guten Willen, ihr aber wolltet es nicht" und somit kann das leidliche Thema wieder beerdigt werden.

Dieser fehlgeschlagene "Gute Wille" kommt der finanzpolitischen Situation gelegen, wenn man bedenkt das Sozialunterstützungen im Januar gekürzt werden. Die Staatskasse ist ohnehin schon leer. Dass aber die wirtschaftliche Lage als Erklärung angeführt wird war eine respektlose Ausrede, da sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland nicht in den letzen Monaten verschlechterte, sondern schon bei Festlegung der Tagung bestand.
Die Opfer der Vergangenheit sind nun das Opfer der Gegenwart.

Trotz allem anerkenne ich die, die den Anfang dieser Bemühung in die Wege leiteten und hoffe auf deren weiteren Hilfestellung um das gesetzte Ziel zu erreichen.

Sollten die Misshandelten jemals Recht erfahren wollen, muss dieses durch Eigeninitiative geschehen, das da heißt, NICHT MEHR zu SCHWEIGEN.
Ich schlage vor, dass alle die in Kinder-Jugendheimen unentgeltlich arbeiten mussten ihre Geschichte mit Zeitangaben zu erzählen.
Wir werden diese auf unserer neuen Webseite publizieren, die Mitte September fertig ist. Der Grund ist die Öffentlichkeit über die Fehler zu informieren und um eine greifbare Zahl von Misshandelten der Regierung präsentieren zu können. Zwischenzeitlich, werde ich mit den schon existierenden Organisationen in Deutschland Kontakt aufnehmen, um ein funktionierendes Programm zu erstellen und uns zu beraten wie wir auf dem rechtlichen Weg die Aufmerksamkeit der Regierung erreichen.
Ich biete meine Unterstützung zu dieser Aktion mit der EMaK Website an, solange diese ohne Attacken an Personen und auf dem Rechtsweg geschieht. Unser Ziel ist dass die, die vergessen wurden, heute endlich nach Jahren die "Anerkennung der Menschenrechte" erhalten.
Meine Motivation ist meine eigene Geschichte die hier zu lesen ist.

Wir informieren ab September regelmassig über alle Schritte auf der Webseite www.emak.org
Sieglinde Alexander
AAaCWorld Administration

www.aaacworld.orgprint this page up